"Tatort Jugendamt"

Wie das "Kindeswohl" häufig aus den Augen verloren wird.

Liste Pilz ersucht um Rückmeldungen.

Wenn es das "Kindeswohl" erfordert, kann der Staat über die Jugendwohlfahrt und über die Familiengerichte in die Obsorge der Eltern für Ihr Kind eingreifen. Die schärfste Maßnahme dabei ist der Entzug der Obsorge und die Kindesabnahme.   Kinder kommen dann zu Pflegeeltern, in Wohngemeinschaften oder gar ins Heim.

Es ist keine Frage, dass im Fall des Verdachtes von Gewalt gegen Kinder, im Fall des Verdachtes des sexuellen Missbrauches und bei einer Verwahrlosung des Kindes, solche Maßnahmen wichtig und gerechtfertigt sein können.

Wir kennen jedoch Fälle von "Kindesabnahmen" wegen beispielsweise Nichteinhaltung von Besuchszeiten, wegen Obsorge-Streitigkeiten, wegen Armut in der Familie, wegen Anrufen von anonymen Nachbarn, die eher wie eine Bestrafung der Eltern wegen mangelnder Kooperation anmuten und mit dem unmittelbaren "Kindeswohl" augenscheinlich nichts zu tun haben. Diese Fälle lassen alle Familienmitglieder oft verzweifeln und lösen schlagartig viel Leid aus.

Wenn Eltern solche Vorgänge öffentlich machen wollen, dann hören Sie nicht selten, dass sie Ihr Kind nie wiedersehen werden. Diese Eskalationen spielen sich also meist im Dunkeln ab. 

Wir wollen erheben, wieviele und welche Fälle es gibt und welche lokalen bzw. personellen Häufungen vorkommen. Wir wollen die Probleme aufarbeiten, transparent machen und im Parlament für eine Verbesserung des Rechtsrahmens und der Rechtshilfe für Betroffene sorgen.

Wir anerkennen, dass die SozialarbeiterInnen an den Jugendwohlfahrtsstellen einen sehr schweren Job ausüben, dass auch RichterInnen gerade im Familienrecht viel Verantwortung tragen und dass auch Sachverständige wichtig sind. Wir wissen aber, dass viele, die in diesem System tätig sind, oft auch an Strukturen verzweifeln. Auch diese Personen wollen wir um Ihr Feed-Back ersuchen.

Bitte senden Sie uns Ihre Erfahrungen via Online-Fragebogen!